Unentschieden im Derby

Unentschieden im Derby

Hinfahrt
Das langersehnte Derby stand vor der Tür. Man konnte infolge diverser kurzfristigen Absagen nur mit einer geringen Anzahl an Schweizerschalkern starten. So machte sich eine gewisse Ungläubigkeit bemerkbar, da wir die Reise ans Derby sozusagen mit einem halbvollen, respektive halbleeren Bus antraten. Wie es sich für diese Reise als bekennende Schalke-Fans gehört, durfte die Übernachtungsmöglichkeit natürlich in Gelsenkirchen wahrgenommen werden. Bei der Hinfahrt zeigte dann Thomas sein organisatorisches Talent, so dass wir bei einem eventuellen Präsidentenrücktritt mittlerweile einen weiteren, würdigen Nachfolger zur Wahl hätten. Nach dem Bezug des Gästezimmers holte man auf der Schalker Meile noch die Jungmannschaft sowie Junggebliebene ab und fuhr dann in Richtung verbotenes Land. Endlich auf dem Gästeparkplatz angekommen begrüsste man noch einige Freunde und machte sich vorbei an Hundertschaften der Polizei von Nordrheinwestfalen auf den Weg zum Stadion. Für die Abschirmung beim Stadion zu einem getrennten Gästeweg reihten die Sicherheitskräfte Kastenwagen an Kastenwagen der Polizei aneinander. Am Ende dieses Weges hiess es dann halt. Weil die Drehkreuze gemischt zugänglich sind, hiess es jeweils warten bis die Polizei für uns Schalker abriegelten. Daher kann man tumultartigen Szenen beim Pokal Dortmund gegen Union im Gästebereich kurz vor dem Anpfiff nachvollziehen, schliesslich will ja jeder pünktlich Dabeisein. Bisher änderte je nach Austragungsjahr das Sicherheitsdispositiv rund um den Kessel selbst, aber am und vor dem Stadion wollte man nach wie vor noch keine wirklichen Anpassungen vornehmen.

Zum Spiel
Wieder hatte Trainer Weinzierl das Rotationsprinzip in der Mannschaft angewandt. Im Vergleich zum Sieg im Pokal begann die Partie wieder mit fünf neuen Knappen. Dies nicht zuletzt weil sich Huntelaar verletzt hatte. Nicht ganz nachvollziehen kann man aber die Entscheidung Konoplyanka von Beginn weg auf der Bank zu lassen, denn mit seinen 2 Toren vor drei Tagen im Pokal gegen Nürnberg war er massgeblich am Sieg beteiligt. Nach neun Runden der Bundesliga dürfte man sich langsam aber sicher mal auf eine Stammelf festlegen. Das 171. Revierderby startete kampfbetont. In der 3. Minute hatte Meyer bereits die Chance, doch sein Schuss wurde im Strafraum abgeblockt. Es boten sich allerdings kaum Torszenen. In der 31. Minute startete Meyer einen Konter. Aber gegen drei Dortmunder blieb auch er hängen. Eine Minute zuvor hatte Bentaleb mit seinem Ballgewinn Meyer steil bedient, der dann das 1:0 auf dem Fuss hatte. Kagawa konnte allerdings vor dem Tor der Dortmunder Meyer den Ball vom Fuß spitzeln. Und der BVB? Beim BVB registrierte man keinen einzigen Torschuss in der ersten Halbzeit, was den Statistikaufzeichnungen seit 1992 nicht mehr zutraf.

Nach der Pause erhöhte Schalke kurz den Druck und kam durch Kolasinac in der 49. Minute zur Chance in Führung zu gehen. Bürki werte aber ab. Kurze Hektik kam auf, als Benedikt Höwedes den Ball aus kurzer Distanz an die Hand bekommen hatte. Ohne zu zögern gab der Unparteiische den geforderten Elfmeter nicht und liess weiterlaufen. Ousmane Dembélé kam an den Ball und seinen Schuss prallte an die Latte. Gespielt war die 53. Minute. Jetzt erwachte auch unser Gegner. Leider liessen unsere Knappen sich mehr und mehr zurückdrängen. Wohl auch deswegen, weil die erste Hälfte der Partie mit dem enormen Pressing kräfteraubend war. Mario Götze scheiterte nach einem sehenswerten Dribbling in der 73. Minute an Torwart Fährmann und Aubameyang vergab mit einem Distanzschuss in der 80.Minute. Für den Sieg reichte es beiden nicht mehr.

Resumée
Das Spiel war geprägt von einem harten Kräftemessen in der ersten Halbzeit und etwas Fussballspielen in der Zweiten. Entsprechend waren die Torchancen Mangelware. Am Ende blieb ein leistungsgerechtes Unentschieden. Trotz der Härte gab es keine roten Karten. Dortmund hat sein viertes Bundesligaspiel in Folge nicht gewonnen. Schalke hingegen geht mit 2 Siegen und 2 Unentschieden aus den letzten 4 Spielen ungeschlagen in die nächste Runde.

Stimmen zum Spiel
Trainer Weinzierl:
„Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt und uns den Punkt redlich verdient, auch wenn wir am Schluss mächtig unter Druck geraten sind.

Höwedes:
„Wir sind absolut auf einem guten Weg, nachdem wir den Saisonstart in den Sand gesetzt haben.“

Rückfahrt:
Das Bild nach dem Spiel glich in etwa dem gleichen Chaos, wie wir es vor Spiel antrafen. Nur die die polizeilichen Kastenwagen waren verschwunden. Es ist allerdings schon fraglich, wie Problemfans nach dem Spiel zum Gästebereich kommen können. Die Polizei tat ihren Dienst und verhinderte schlimmeres.

So machten wir den Marathon zum Bus wie wir gekommen sind und machten uns auf den Weg nach Schalke. Nach einer Stärkung zur aufgerückten Stunde legte man sich zufrieden schlafen.

 

Schalke-Dortmund 0:0 (0:0)
Signal Iduna Park: 80179 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych

Tore:
Fehlanzeige

Schalke:
Fährmann, Höwedes, Naldo, Nastasic, Geis, Schöpf, Goetzka, Bentaleb (90‘ Stambouli), Kolasinac,
Di Santo (63‘ Choupo-Mouting), Meyer (75’ Konopljanka),

Dortmund:
Bürki, Piszczek, Sokratis, Ginter, Passlack (71‘ Guerreiro), Weigl, Pulisic, Kagawa (79‘ Schürrle), Götze, Dembélè (87‘ Rode), Aubameyang,

Verwarnungen:

Schalke
34.Min. Nastasic
36.Min. Bentaleb
76.Min. Kolasinac
90.Min. Goretzka

Dortmund
07.Min. Kagawa
12.Min. Weigl
41.Min. Dembélè
64.Min. Sokratis

Gelb-Rot: keine

 

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Mozart / 654

 

 

 

 

 

 

 

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